2. Oktoberfest der Volkstanzgruppe Breitenfurt
Ein nicht ganz ernst zu nehmender Bericht
Die umtriebige, recht aktive Breitenfurter Volkstanzgruppe
veranstaltete am 24. September 2005 ihr 2. Oktoberfest in der
Mehrzweckhalle. Da selbst in München das Oktoberfest bereits
im September stattfindet, braucht man sich zwischen dem kleinen
Widerspruch zwischen Veranstaltungstermin und -name keine großen
Gedanken machen. Heuer gelang es den Breitenfurtern, eine deutsche
Volkstanzgruppe aus Stuttgart zu dieser Veranstaltung einzuladen
und ihr damit beinahe schon einen etwas internationalen Anstrich
zu geben.

Zugegeben, als Anhänger mehr metallischer, elektrisch
verstärkter Klänge war ich etwas fehl am Platz und bin
sicher auch nicht unbedingt die richtige Wahl, um darüber
zu berichten. Aber wenn's hier sonst keiner macht

Die Besucher der Veranstaltung erreichten nicht
wirklich die erhoffte Anzahl, besonders weil sich kaum jemand
aus Breitenfurt-Ost, wo die Sache ja schließlich stattfand,
dort blicken ließ. Eine der rühmlichen Ausnahmen war
Bürgermeister Ernst Herzig. Da es in Breitenfurt-West aber
keinen Saal mit den nötigen Dimensionen gibt, erübrigt
sich ohnehin jede Diskussion über den Veranstaltungsort.
Das Oktoberfest startete mit einer ganzen Reihe von
Auftritten, in denen die Volkstänzer ihr Können demonstrierten
und auf diese Art auch die Werbetrommel für ihre Passion
rührten. Den Anfang machten die recht stark besetzten Kinder-
und danach die Jugendgruppe der Breitenfurter. Begeisterten die
Kleinen durch ihre Unbekümmertheit und ihren Spaß am
Volkstanzen, so konnte die Jugendgruppe schon durch eine recht
eindrucksvolle, komplexe Vorführung beeindrucken. Das setzten
dann die Erwachsenengruppen der Breitenfurter und die deutschen
Gäste fort.

Die Unterschiede zwischen Deutschen und Österreichern
begannen schon bei der musikalischen Begleitung. Lieferten bei
den Breitenfurtern zwei Musiker mit Ziehharmonika und Teufelsgeige
den nötigen, musikalischen Hintergrund, so spielten bei den
Stuttgartern Ziehharmonika, Geige und Bass. Das darum schon zu
vermutende, etwas geruhsamere Tempo der Deutschen machte sich
auch beim Tanzen bemerkbar.

Nach diesem, ziemlich langen Block mit Auftritten
folgten 1 ½ Stunden Zwischenspiel der zu diesem Zweck engagierten
Dreimannband (Gitarre/Ziehharmonika, Bass und Sythisyser - auch
für Schlagzeuguntermalung ect. zuständig) und die Freigabe
der Tanzfläche fürs Publikum. Die vermutlich als Hitlieferant
für das Wetterpanorama im ORF tätige Band konnte aber
doch recht viele Tänzer auf die Tanzfläche locken. Nicht
zuletzt durch einen anwesenden Volkstanzgruppen-Funktionär
aus Niederösterreich, der die Leute mit dem Mikrofon in der
Hand erfolgreich zur Beteiligung animierte. Bevor um 23:30 Uhr
die nächsten Auftritte der Volkstänzer folgten, gab
es noch die obligatorische, aber recht flott über die Bühne
gebrachte Tombola-Verlosung.

Die jetzt folgenden Auftritte der Volkstänzer
- aufgrund der Uhrzeit ohne Kindergruppe - waren insgesamt noch
etwas schwungvoller. Wofür zumindest ich - nach der durchstandenen,
musikalischen Malträtierung meiner Gehörgänge -
recht dankbar war. Die bei den Volkstänzern gespielten, unplugged
-Versionen dieses Genres waren auch leichter verkraftbar. Hier
lieferten die Männer der Breitenfurter mit einem Schuhplattler
den Höhepunkt, bei dem es etwas "Action" gab. Mittels
kleinen Äxten und einer Zugsäge betätigten sie
sich dabei auch als Rhythmusabteilung an einem liegende Baumstamm,
dass die Holzspäne nur so flogen. Der Höhepunkt der
Stuttgarter hinterließ zumindest bei mir - gelinde gesagt
- gemischte Gefühle. Auch sie zeigten noch einige Tänze
und dann zwei Fahnenschwinger. Der dabei als akustische Unterhaltung
dienende Trommelwirbel ließ mich kurz hoffen, es handle
sich um ein Erschießungskommando. Dieser böse Gedanke
wurde umgehend vom Herrgott geahndet und die Stuttgarter betätigten
sich noch als Chorsänger. Eine akustische Äußerung,
die nicht wirklich meinen Geschmack traf, was - zugegebenermaßen
- bei Chorgesang recht selten der Fall ist. Es lag also keineswegs
an der Qualität der Darbietung, wenn mein Bedauern über
meine unerfüllten Erwartungen beim Trommelwirbel anhielt.

Schließlich betrat die Dreimannband - sie erinnern
sich: Wetterpanorama - wieder die Bühne und stieß musikalisch
mit ein paar Rock&Roll-Nummern fallweise bis in die 60er Jahre
vor, um schließlich sogar in einem Anflug von Avantgarde
einen CCR-Song zu spielen. Etwas erschrocken von ihrem Wagemut
kehrten sie aber bald auf das vertraute Gelände der Volksmusik
und deutschen Schlager zurück. Der Großteil der Besucher
machte sich ohnehin schon auf den Heimweg.
Von Alfred
Ohswald (Text) und Robert Hellmann (Fotos)
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