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Die englische Kult-Fernsehserie

Fawlty Towers

1975-1979
125 Minuten

  Fawlty Towers ist ein kleines Hotel im englischen Küstenort Torquay. Besitzer sind Basil (John Cleese) und Sybil (Prunella Scales) Fawlty. Basil ist ein arroganter, despotischer und oft seinen Gästen gegenüber sehr unfreundlicher Mensch, der aber unter der Fuchtel seiner Frau Sybil steht. Wenn sie ein Machtwort spricht, hat er zu gehorchen. So ist er oft damit beschäftigt, von ihm angerichtete Katastrophen vor ihr geheim zu halten. Die junge Polly (Connie Booth) arbeitet als Mädchen für alles in Fawlty Towers und ist die "Vernünftige" in dem ganzen Chaos. Allerdings wird sie auch oft mehr oder weniger freiwillig Mitwisserin und -täterin der Katastrophen Basils. Und dann ist da noch Manuell (Andrew Sachs), der Kellner aus Spanien mit seinen bescheidenen Englischkenntnissen, der immer wieder Opfer von Basils Wutausbrüchen wird. Dann hat das Hotel noch einige Stammgäste, wie den kauzigen Major (Ballard Berkeley) und die beiden alten Damen Miss Tibbs (Gilly Flower) und Miss Gatsby (Renee Roberts).
  Basil beschwört mit seiner eigenwilligen Führung des Hotels ständig irgendwelche Katastrophen herauf, die sich durch seine Vertuschungsversuche gegenüber Sybil meist immer stärker ausweiten. Ob er in der ersten Folge versucht bessere, das heißt bei ihm adlige Gäste anzulocken, und prompt auf einen Betrüger hereinfällt oder in der zweiten Folge heimlich gegen den Willen seiner Frau billige Pfuscher für Umbauarbeiten anheuert, immer gerät ihm alles zunehmend außer Kontrolle.

  Die Hauptfigur basiert auf einem gewissen Mr. Sinclair, der ein Hotel führte, in dem die Monty Python-Truppe eine Zeit lang wohnte. Seine extreme Unfreundlichkeit veranlasste sie bald, das Hotel zu wechseln. Nur John Cleese und seine damalige Frau Prunella Scales blieben dort und entwickelten daraus die Idee für "Fawlty Towers". Das Script schrieben sie immer gemeinsam und auch sonst hatten beide bei der Serie das Sagen. Bei der Erstausstrahlung war der Erfolg noch eher bescheiden, erst bei der ersten Wiederholung machte sich der Erfolg richtig bemerkbar. Schließlich wurde "Fawlty Towers" in etwas 50 Ländern im Fernsehen gezeigt.
  Im deutschsprachigen Raum lief "Fawlty Towers" zuerst in der Kultursendung des ORF nachts am Freitag im Original mit Untertiteln. 3sat zeigte sie später in der selben Form. In Sat1 konnte man dann eine synchronisierte Fassung sehen. Allerdings geht dabei sehr viel vom Flair der Serie verloren. Das Original ist bei ihr unbedingt vorzuziehen. Wie so viele Kultfilme und -serien hatte "Fawlty Towers" im deutschsprachigen Raum nie ein wirklich großes Publikum. Ihre Fans schwärmen um so begeisterter von ihr.

  "Fawlty Towers" ist nicht ganz so ausgeflippt, wie Monty Pythons und eher mit den späteren Filmen von John Cleese, wie "Clockwise", "Ein Fisch namens Wanda" oder "Wilde Bestien" vergleichbar. Besonders die Figur, die Cleese in "Clockwise" verkörpert, ist Basil nicht unähnlich.
  Die Figur des versnobten, spröden Klischeebriten Basil steht im Zentrum der Serie. Aber ohne den ständig mit Verständigungsschwierigkeiten kämpfende (que?) Manuel (he's from Barcelona), den schrulligen Major, die Basil immer in seine Schranken weisende Sybil und Polly als ruhenden Pol wäre es aber nur halb so genial. Besonders Hans Sachs bietet als Manual eine geradezu meisterliche schauspielerische Leistung. Und auch Ballard Berkeley hat als Major so machen unvergesslichen Höhepunkt, zum Beispiel wenn ihn ein auf dem Rezeptionspult liegender, riesiger, hässlicher Elchkopf (hinter dem, für den Major unsichtbar, Manuel Selbstgespräche führt) in eine Unterhaltung verwickelt.
  Eine Art Running-Gag ist das ab der zweiten Folge leicht in Mitleidenschaft gezogenes Hotelschild. In manchen Fällen ergibt sich aus fehlenden oder vertauschten Buchstaben eine besondere Bedeutung. So in Folge 3 "Farty Tower" ("W" hängt herunter; fart = Furz), in Folge 5 "Warty Towels" (warty = verwarzt), in Folge 8 "Watery Fowls" (ein Kind "repariert" es gerade; watery = feucht, naß; fowls = Geflügel), in Folge 9 "Flay Otters" (flay = abhäuten), in Folge 10 "Fatty Owls" (Owls=Eule), in Folge 11 "Flowery Twats" (Flowery=blumig; twat = 1. weibl. Genitalien 2. Dummkop) und schließlich in Folge 12 "Farty Towels".

  Wer diese Art britischen Humors mag, kann mit "Fawlty Towers" eigentlich nichts falsch machen. Allerdings ist leider kaum damit zu rechnen, dass es nochmal im Fernsehen gezeigt wird. Man muss also zu DVD oder Kaufvideo (Teil 1 - Teil 2 - Teil 3 - Teil 4 - Teil 5 - Teil 6 - Teil 7 - Teil 8 - Teil 9 - Teil 10 - Teil 11 - Teil 12) greifen.

Von Alfred Ohswald am 7. 7. 2002

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