Breitenfurt - News


Gesellschaft
Gesellschaft
Archiv
Gesellschaft
Geschichte
Leserbriefe
Kontakt
Inserate
Links
Impressum

Gotthard - Hardrock aus der Schweiz

  Vom ehemaligen Krokus-Bassisten Chris Von Rohr unter seine Fittiche genommen und produziert, brachte die schweizer Band mit dem Sänger Steve Lee, dem Gitarristen Leo Leoni, dem Bassisten Marc Lynn und dem Schlagzeuger Hena Habegger Sänger Gotthard 1992 ihr gleichnamiges Debütalbum. Ihr traditioneller unkomplizierter Hardrock im Stil von Whitesnake, Rainbow u-ä. brachte ihnen von Anfang an einen gewissen Erfolg bei den Fans. Egal ob bei stampfenden Rockhämmern oder getragen Balladen, dominierendes Element ist immer die tragende Stimme von Steve Lee. Mit der überzeugenden Version von Deep Purples "Hush" begannen sie die Tradition, auf jedem Album einen bekannten Song zu covern. Das fördert den Verkauf, weil man beim Reinhören auf etwas bereits Bekanntes stößt. "Come Together" (Beatles) auf "Dial Hard", "Mighty Quinn" (Bob Dylan) auf "G" oder "Ruby Tuesday" (Rollin Stones) auf "One Life One Soul - Best Of Ballads" sind einige weitere Beispiele. Aber auch die meisten anderen Nummern brauchen sich wirklich nicht dahinter zu verstecken. Sie bedienen sich kräftig im Fundus der Rockgeschichte, der eine oder andere Riff kommt einem schon Mal bekannt vor, aber das zählt ja schlimmstenfalls als Kavaliersdelikt. Auf jedem Album findet sich gegen Ende auch eine Rock-Schnulze, ohne die ja eine Hardrock-Band kaum eine Chance auf einen Hitparadenplatz hat.
  Mit "Dial Hard" (1994) und "G" (1996) folgten zwei Alben, bei denen sich Gotthard noch steigern konnten. Auf beiden Alben finden sich hervorragende Hardrocktitel ebenso wie Balladen gleich reihenweise. 1997 brachten sie das, offensichtlich im Rockgeschäft unvermeidliche, Unplugged-Album "D Frosted" mit Akustikversionen älter Songs und fünf neuen Titeln heraus. Es darf sich aber sich zu den besseren Vertreter dieser von MTV angestoßenen, sonst meist üblichen Resteverwertung zählen.
  Mit "Open" (1999) beginnt ein leichter Stilbruch. Waren die früheren Alben auch schon nicht unbedingt innovativ, ging "Open" einen Schritt weiter in Richtung Versandhauskatalog-Hardrock a lá "Bon Jovi" und Co. mit ihren Stammplätzen auf sämtlichen Kuschelrock-Samplern. Den Verkaufszahlen hat es sicher nicht geschadet, auch wenn sich viele frühere Fans aus der Hardrockfraktion verabschiedeten. Bei "Homerun" (2001) versuchte Gotthard einen Mittelweg zwischen der reinen Hardrock-Lehre und dem vermeintlichen Massengeschmack, bleiben aber doch mehr bei Letzterem hängen. Die Hitparade und die potenzielle Masse an pubertierenden Mädchen unter den Käufern und im Konzertpublikum sind offensichtlich ein nicht zu verachtendes Argument. Mit "One Life One Soul - Best Of Ballads" haben sie dann gleich ihren eigenen Kuschelrocksampler herausgebracht. Neben der Coverversion von "Ruby Thuesday" ist darauf nur "Looking At You" als bisher unveröffentlichter Titel zu finden.
  Auch die DVD "Gotthard - More Than Live" mit Konzertausschnitten, Interviews usw. mit der Gruppe ist erhältlich. Die technische Qualität ist in Ordnung. Nur der kräftige Gitarrensound der frühen Alben kommt nicht ganz rüber und einige Glanznummern aus dieser Zeit hört man leider nur neben und zwischen den Portraits der Gruppenmitglieder.

Von Alfred Ohswald

Zurück zur
Film & Musik-Ecke